Shoppen

Madrid hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Kunstmetropole auf der europäischen Landkarte platziert. Vielmehr inszeniert sich die Stadt in ihren Marketingkampagnen in Sachen Tourismus auch immer mehr als Shopping-Kapitale. Seit 2012 dürfen alle städtischen Verkaufsflächen durchgehend öffnen. Das bedeutet, dass man auch am Wochenende bis 21 Uhr einkaufen kann (teilweise sogar bis 22 Uhr). Die Familienbetriebe in den Stadtvierteln schlieβen jedoch nach wie vor in der Mittagszeit (zwischen 14.00 und 17.30) und auch am Sonntag. Hier ein paar Tipps für diejenigen, die beim Shoppen tatsächlich entspannen.

Adela Gil

Eine der schönsten unter den zahlreichen Schuhboutiquen in der Calle Augusto Figueroa in Chueca. Die hauseigene Marke ist hier ebenso erhältlich wie andere spanische Schuhdesigner, beispielsweise Alma en Pena.

Adolfo Domínguez

Der galicische Modedesigner eröffnete in den 1980er-Jahren seine ersten Boutiquen in Madrid, und von da an gab es kein Halten mehr. Klassisch-elegante Damen- und Herrenmode.

Ágatha Ruiz de la Prada

Das modische Aushängeschild der »movida madrileña« der 1980er-Jahre stattete diverse Almodóvar-Filme aus und ist mit extravaganter Damen- und Herrenmode heute weltweit präsent.

Antigua Pastelería del Pozo

Die Konditorei in Huertas schickt ihre Kunden zurück in die Vorkriegszeit. Köstliche Blätterteigspezialitäten (»hojaldre«), pikant oder süß gefüllt, sind die Spezialität des Hauses. Am Vorabend des Dreikönigstages gibt es hier, laut vielen Madrilenen, den besten »roscón de reyes«. Der Hefekranz, auf Wunsch auch mit Sahne oder Schokolade gefüllt, enthält eine Fee als Figur. Wer diese Figur beim Essen erwischt, hat ein glückliches Jahr vor sich.

  • C. Pozo 8
  • Metro: Sevilla
  • Di–Sa 9.30–14, 17–20, So 9.30–14 Uhr

Bodegas Santa Cecilia

Eine der größten und traditionsreichsten Weinhandlungen in ganz Madrid. Hier wird jedoch nicht nur gekostet und verkauft, sondern auch Interessantes zur Weinkultur vermittelt.

Bombonería La Pajarita

Seit mehr als 150 Jahren werden in diesem Traditionsladen Pralinen (»bombones«) und Bonbons (»caramelos«) aus eigener Herstellung verkauft. Die Bonbons gibt es in 17 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Verpackung ist dieselbe wie vor Generationen und stellt einen Papierflieger dar. Ein Tempel für alle nostalgischen Naschkatzen.

Calle Almirante

Zusammen mit der Calle Prim und dem oberen Ende der Calle Barquillo bildet diese Straße den Übergang zwischen dem trubeligen Chueca und dem teuren Paseo de Recoletos. Ideal für einen Abstecher in eines der vielen Mode- und Deko-Geschäfte.

  • Metro: Alonso Martínez

Calle Fuencarral

Direkt hinter dem Edifico Telefónica verläuft diese seit 2008 verkehrsberuhigte, modische Einkaufsstraße. Seit den 1980er-Jahren ist sie Zeugin des unaufhaltsamen Wandels vom Problembezirk zum Ort alternativer Mode und inzwischen zur goldenen Meile Madrids, die schon lange die großen Marken anzieht. Die Jungdesigner sind ins benachbarte Triball abgewandert.

  • Metro: Gran Vía

Calle Serrano

Zusammen mit den Parallelstraßen Calle Lagasca und Calle Claudio Coello die Shopping-Schlagader im Barrio de Salamanca, mit allen großen nationalen und internationalen Designern. Die Avenida wurde von 2008 bis 2010 einer millionenschweren Generalüberholung unterzogen. Doch neben Designerläden bietet sie auch einiges für Freunde der Architektur, so das 1899 von José Sallaberry errichtete, neoplateresk-modernistische Edificio ABC, einst Sitz eines Verlags, heute Einkaufszentrum.

  • Metro: Serrano

Capas Seseña

Seit mehr als 100 Jahren werden in diesem Traditionsbetrieb Umhänge, Capes und Mäntel in allen Facetten hergestellt. Die Liste der Kunden spricht für sich: das spanische Königshaus, Luis Buñuel, Pablo Picasso, Hillary Clinton …

  • C. Cruz 23
  • Metro: Sol
  • Mo–Sa 9.30–14, 17–20

Caramelos Paco

Das quietschbunte, von oben bis unten mit Bonbons, Lollis und Kaugummis angefüllte Schaufenster ist eine Falle für Kinder und Erwachsene. Man sollte dennoch ruhig hineintappen, denn der Familienbetrieb überrascht mit einer Vielfalt von Hunderten verschiedener Geschmacksrichtungen.

Casa de Diego

Spezialgeschäft für Fächer und Regenschirme, aber keineswegs eine Touristenfalle. Generationen von Madrilenen haben hier schon eingekauft, auch wenn manche Fächer mehr als 30 € kosten können. Aber dafür stimmen Qualität und Beratung.

  • Puerta del Sol 12
  • Metro: Sol
  • Mo-Sa 9.30-20 Uhr

Casa Mira

Eine weitere Konditorei, die die Pracht vergangener Zeiten erahnen lässt. Hier werden seit 1842 exzellente, hausgemachte »turrones« (Mandelpasteten) verkauft, allerdings zu stolzen Preisen.

  • Carrera de San Jerónimo 30
  • Metro: Sevilla
  • tgl. 10-14, 17-21 Uhr
  • www.casamira.es

Cererías Ortega

Ein weiterer Familienbetrieb an der Calle Toledo. Hier wird alles rund um das Wachs vertrieben, vor allem Kerzen in zahlreichen Varianten. Alles hand- und hausgemacht.

  • C. Toledo 41
  • Metro: Latina
  • Mo–Sa 9.30–14, 17–20 Uhr

Cuesta de Moyano

Malerischer, alleeartiger Anstieg zum Parque del Retiro, der zwischen Botanischem Garten und Landwirtschaftsministerium verläuft. Der romantische, 200 m lange Spaziergang wird angereichert durch die vielen Stände Madrider Buch-Antiquariate. Seit dem späten 19. Jh. existiert dieser reizende Buchflohmarkt bereits in dieser Region, 2004 wurde das Areal verkehrsberuhigt und die Händler in befestigten Holzbuden untergebracht. Ein gefundenes Fressen für alle Fans der spanischen und lateinamerikanischen Literatur.

  • Cuesta de Moyano
  • Metro: Atocha
  • Mo–So 10–14, 17–21 Uhr (kann individuell variieren)

El Corte Inglés

Das Synonym madrilenischer Einkaufskultur. Der heutige Kaufhausgigant mit 81 Filialen in ganz Spanien und 15 allein in der Region Madrid blickt dabei auf bescheidene Anfänge zurück: 1890 wurde in der Calle Preciados eine kleine Schneiderei eröffnet. Aus diesem Famliengeschäft ging 1940 die Firma El Corte Inglés hervor. Um den Namen ranken sich Mythen, aber wahrscheinlich hat er mit den anfangs verwendeten englischen Stoffen und Schnitten zu tun. Heute bekommt man hier alles, von Designerartikeln bis hin zu Kosmetik, Elektrogeräten u. a. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Kunden im neunten Stockwerk der Filiale an der Plaza del Callao: eine vorzüglich sortierte Gourmetabteilung mit Café und Ausblick über ganz Madrid.

Elena Canter

Die Designerin hat es mit individuell gestaltetem Schmuck und Innendesign inzwischen bis auf die Titelseiten der großen Modemagazine geschafft.

El Flamenco vive

Eines der besten Flamenco-Geschäfte in ganz Spanien. Bücher, CDs, Instrumente, Kleidung aber auch Konferenzen und Live-Auftritte.

Kikekeller

Kreditkarte festhalten! In diesem kühl gestylten Hybrid aus Cocktailbar und Möbelladen gibt es auch handgefertigte Deko-Objekte. Die exzellenten Longdrinks verleiten zum Leichtsinn.

  • Corredera Baja de San Pablo 17
  • Metro: Tribunal
  • Mo-Mi 12-15, 17-21, Do-Sa 12-15, 17-3 Uhr
  • www.kikekeller.com

Licorilandia

Das bestsortierte Spirituosengeschäft in Huertas. Exzellente Auswahl an spanischen Weinen aller Herkunftsgebiete.

  • C. León 30
  • Metro: Antón Martín
  • Mo-Sa 10-14, 17-20.30 Uhr

Loewe

Ein weiteres madrilenisches Traditionsgeschäft, das zur Modegröße aufgestiegen ist. Vom Deutsch-Spanier Enrique Loewe Roessberg 1846 als Handtaschen- und Accessoiresgeschäft gegründet, avancierte Loewe zwischenzeitlich sogar zum offiziellen Lieferanten des spanischen Hofes. Bis heute blieb die Firma ihrer exklusiven Linie treu.

Mercado de las Ranas

Der Froschmarkt (benannt nach den quakenden Ureinwohnern von Huertas) verwandelt seit Mai 2012 an jedem ersten Samstag des Monats die Straßen in einen Flohmarkt nach dem Vorbild der Londoner Portobello Road. Im Unterschied zum Rastro gibt es hier auch Designerartikel zu reduzierten Preisen; dazu Kleidung, Schmuck oder Möbel.

Mercado de la Paz

Wer es etwas weniger touristisch haben möchte, der begibt sich zum Mercado de la Paz ins Barrio de Salamanca. Die seit 1882 existierende Markthalle ist einer der elegantesten Lebensmittelmärkte der Stadt, aber dennoch nicht überteuert. Nicht nur für den obligatorischen Nachschub an Schinken ist gesorgt, auch die Käseliebhaber kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Der Geschmack der kastilischen Region La Mancha kann mit einem Queso Manchego herbeigezaubert werden, der nach Vorliebe herzhaft (»curado«) oder mild (»semi-curado«) verzehrt wird. Ganz nebenbei bekommt man in und um den Markt herum noch ein bisschen Madrider Schickeria zu sehen.

Mercado de San Antón

Das Pendant zum Mercado de San Miguel, nur wurde hier die Markthalle komplett abgerissen und neu gebaut. Unten Halle, oben angesagte Lounge. Voller Erfolg in Chueca und weniger touristisch als der San-Miguel-Markt.

  • C. Augusto Figueroa 34
  • Metro: Chueca
  • Mo–So 9–24 Uhr

Mercado de San Miguel

Die modernisierte Markthalle aus dem 19. Jh. ist nicht nur Anziehungspunkt für Touristen, sondern auch für Madrilenen. Die kleinen Häppchen an Ibérico-Schinken sind ebenso empfehlenswert wie die Wildbrötchen (»bocaditos de corzo«) oder die Tortilla. All dies garniert mit einem Rotwein aus den nordspanischen Anbaugebieten La Rioja oder Ribera del Duero.

Ojalá

Netter, seit 2005 bestehender Laden mit origineller Damenmode der spanischen Designerin Paloma del Pozo.

Purificación García

Klassisch, aber dennoch sportlich. So ließe sich der Stil der aus Galizien stammenden Designerin wohl am besten beschreiben. Herren- und Damenmode. Teuer, aber noch bezahlbar.

Rastro

Am Standbild des im Kuba-Krieg von 1895 gefallenen spanischen Soldaten Eloy Gonzalo auf der Plaza del Cascorro beginnt jeden Sonntag der große Madrider Flohmarkt Rastro. Das Wort kommt von der Blutspur, die das geschlachtete Vieh auf dem früheren Fleischmarkt hinterließ, welcher jedoch im 18. Jh. einem Trödelmarkt wich. Vor allem auf den Straßen Calle Embajadores und Ribera de Curtidores gibt es auf 3500 Ständen (!) von Antiquitäten über Kleidung bis zu raubkopierten CDs alles, jedoch nicht mehr zu unschlagbar günstigen Preisen. Manchmal ist der Rastro-Besuch aber auch nur ein Vorwand für einen Tavernenbesuch in der Gegend. Hier erlebt man Madrider Atmosphäre pur!

  • Plaza del Cascorro 1
  • Metro: Latina
  • So, feiertags 9–15 Uhr

Salvador Bachiller

Modische Handtaschen (und deutlich preiswerter als bei Loewe) und elegante Koffer in allen Größen gibt es bei diesem spanischen Label zu kaufen.

Taller Puntera

An einem wunderschön verschwiegenen Platz im Habsburgerviertel gelegener Laden für handgefertigte Taschen und Lederwaren. Der Fabrikationsprozess im Atelier kann dabei hautnah mitverfolgt werden.

  • Plaza del Conde de Barajas 4
  • Metro: Sol
  • Mo-Sa 10-14.30, 16-20.30 Uhr
  • www.puntera.com

Tipos Infames

Seit der Eröffnung 2011 ist dieser Mix aus Bücherei und Café ein Renner in Malasaña. Gute Auswahl an Klassikern, aber auch an Krimis. Letztere lesen sich besonders gut beim Glas Rotwein.

Tocado y Hundido

2011 wurde diese Korsettboutique von den madrilenischen Jungdesignern Sergio Barrón und Fran Peinado am ins Leben gerufen. Klassische BHs und Miederwaren, aber auch Korsetts mit Punk- und Gothic-Einflüssen.