Praktische Hinweise

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr

Metro und Bus

Madrid verfügt über ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz aus U-Bahn (Metro), S-Bahn (Cercanías) und blauen Stadtbussen. Das Einzelticket für U-Bahn, S-Bahn und Busse kostet im Zentrum derzeit ca. 1,50 € (kann je nach Entfernung zwischen Abfahrts- und Zielbahnhof leicht variieren), das Zehnerticket für die U-Bahn kann für 12,20 € erworben und von mehreren Personen genutzt werden. Das Touristenticket (»abono transporte turístico«) ist personengebunden und ermöglicht das Benutzen aller öffentlichen Verkehrsmittel im Madrider Stadtgebiet. Es kostet 8,40 € für einen Tag, 14,20 € (2 Tage), 18,40 € (3 Tage), 26,80 € (5 Tage), 35,40 € (7 Tage). Während der Stoßzeiten (13–16, 18–21 Uhr) und am Wochenende ist es angebracht, kürzere Strecken zu Fuß oder auch mit den relativ preiswerten Taxis zurückzulegen und den überfüllten Nahverkehr zu meiden. Sie tun damit auch den leidgeplagten Madrilenen einen Gefallen. Die Tickets können an den blauen Fahrkartenschaltern in den U-Bahn-Stationen gekauft werden und werden seit einiger Zeit im Format einer aufladbaren Karte ausgegeben.  

Estación de Atocha / Fernbahnhof Puerta de Atocha

Der wichtigste Bahnhof Madrids. Sowohl Nahverkehrszüge („Cercanías“) als auch Hochgeschwindigkeitszüge ("AVE"). Die Tickets können entweder am Schalter oder im Internet gelöst werden.

  • Glorieta Emperador Carlos V
  • Metro: Estación del Arte/Atocha RENFE (Linie 1)
  • tgl. 5.00–1.00 Uhr
  • www.renfe.es

Estación de Chamartín

Der zweite Großbahnhof der spanischen Hauptstadt, im Norden des Stadtzentrums gelegen. Von hier aus fahren neben den Nahverkehrszügen auch die AVE-Züge in Richtung Nordspanien. Tickets an den Schaltern oder im Internet.

  • C. Agustín de Foxá
  • Metro: Chamartín (Linie 1 und 10)
  • tgl. 4.30-0.30 Uhr
  • www.renfe.es

Estación Sur de Autobuses Méndez Álvaro

Der wichtigste Busbahnhof in Madrid, nicht weit vom Atocha-Bahnhof entfernt. Busverbindungen nach Südspanien (Toledo, Córdoba, Sevilla etc.). Bustickets am Schalter oder im Internet. Die verschiedenen Strecken werden zumeist auch von verschiedenen Unternehmen bedient (u.a. die Strecke Madrid-Sevilla).

Estación de Autobuses Avenida de América

Busbahnhof im Norden Madrids (und nebenbei auch einer der wichtigsten U-Bahnhöfe der Stadt). Verbindungen in den Norden und Westen, z.B. nach Segovia, Ávila oder Salamanca. Bustickets am Schalter oder im Internet. Die verschiedenen Strecken werden zumeist auch von verschiedenen Unternehmen bedient

Aeropuerto Adolfo Suárez Madrid-Barajes

Der Madrider Flughafen. Seit 2006 ist der neue Terminal T4 in Betrieb. Die meisten Flüge von und nach Deutschland werden allerdings nach wie vor über die Terminals T1 und T2 abgewickelt. Für die Metro-Fahrt ins Zentrum (Linie 8 bis "Nuevos Ministerios") oder vom Zentrum zum Flughafen (Linie 8 ab "Nuevos Ministerios") muss ein Zuschlag ("suplemento") von 2.- € zusätzlich zum Metroticket bezahlt werden. Die Taxis vom Airport ins Zentrum und zurück berechnen einen Fixtarif von 30.- € pro Fahrt.

Taxis

Taxis bieten sich in Madrid als Fortbewegungsmittel und Alternative zum oft überfüllten öffentlichen Nahverkehr an, denn sie sind relativ preiswert. Für 6–8 € lässt sich ein großer Teil des Stadtzentrums bequem durchqueren. Die weißen Fahrzeuge sind mit einem roten Band und dem Madrider Stadtwappen gekennzeichnet. Leuchtet das Licht auf dem Dach grün, ist das Taxi frei. Ansonsten gibt die Ziffer im Lichtfenster die Anzahl der gerade beförderten Personen an. Reisende sollten nach ihrer Ankunft im Flughafen darauf achten, in Taxis nur an den vorgeschriebenen Taxihaltestellen einzusteigen. Bei vermeintlich freundlichen Zeitgenossen, die die Reisenden gleich in der Lounge abfangen und zu ihrem Fahrzeug lotsen, handelt es sich in aller Regel um illegale Fahrer ohne Lizenz (»taxi pirata«). Bei Unfällen besteht dabei für den Reisenden kein Versicherungsschutz, die Taxometer sind häufig manipuliert oder defekt, und der Fahrgast muss am Ende nicht selten deutlich mehr bezahlen als in einem regulären Taxi. Vom Flughafen ins Zentrum (und umgekehrt) gilt ein Fixpreis von 30.- €.
Auch in Madrid befindet sich der Taxisektor im Umbruch. Neben Uber hat der spanische Anbieter Cabify in letzter Zeit für viel Wirbel gesorgt. Reisen mit den schwarzen Wagen und dem Symbol der autonomen Region Madrid (rotes Wappen mit 7 weißen Sternen) auf der hinteren Scheibe können vorab über Internet reserviert werden.  

Fahrrad und Elektroroller

Die Stadtverwaltung hat 2012 endlich einen Fahrradweg vom Retiro-Park bis zum Manzanares eingeweiht. Von dort aus kann man mittlerweile fast problemlos ins Naherholungsgebiet der Casa de Campo weiterradeln. Seit 2015 wurden dann noch weitere Fahrradwege im gesamten Stadtzentrum in Betrieb genommen, allerdings mitten zwischen den Autospuren (links) und den Spuren für Taxis und Busse (rechts). Gewöhnungsbedürftig und an den mehrspurigen Verkehrsachsen auch gefährlich. In den etwas engeren Straßen der Altstadt ist das Fahrrad jedoch inzwischen eine echte Alternative, auch wenn weder Fußgänger noch Autofahrer mental auf dieses neue Verkehrsmittel eingestellt sind. Diese Tatsache gilt es auch bei geführten Fahrradtouren durch die Altstadt zu beachten, bei denen die Teilnehmer pausenlos vom Drahtesel absteigen müssen.
Über den städtischen Fahrradverleihservice Bicimadrid können Fahrräder an den zahlreichen Stationen im Stadtzentrum ausgeliehen werden. Über die Bildschirme werden Sie mehr oder weniger reibungslos durch den Ausleihvorgang gesteuert. Für Nichtinhaber eines Mitgliedsausweises wird bei der einmaligen Benutzung eines Fahrrads eine "tarjeta ocasional" zur sporadischen Nutzung ausgegeben, Gültigkeitsdauer 1-5 Tage. Parallel dazu wird allerdings eine Kaution von 150.- € auf der Kreditkarte blockiert, die nach Ablieferung des Fahrrads wieder freigegeben wird. Die Fahrradnutzung kostet pro Stunde 2.- € und ist bis zu zwei Stunden möglich. Bei Überschreitung der Ausleihzeit wird pro angefangener Stunde eine Strafgebühr von 4.- € fällig. Die städtischen Drahtesel sind mit einem kleinen Elektromotor ausgestattet, eignen sich also prima für die zahlreichen Steigungen im Madrider Stadtgebiet.

Natürlich wird auch das Thema Elektroroller polemisch diskutiert. Die E-Scooter sind immer häufiger anzutreffen, dürfen aber nur auf den Fahrradwegen, also auf der Straße, zirkulieren. Dass viele Rollerfahrer trotzdem den Fußgängerweg benutzen, bedeutet, nicht, dass dies legal ist und kann auch für Touristen Geldstrafen nach sich ziehen. Im übrigen ist das Rollerfahren auf Madrids Straßen logischerweise genauso riskant wie das Fahrradfahren. Wie Sie sehen, sind wir immer noch ganz klare Anhänger des altmodischen Spaziergangs.

 

Diplomatische Vertretungen

  • Deutsche Botschaft
  • C. Fortuny 8
  • Metro: Ruben Darío (Linie 5)
  • Tel. (+34) 915 57 90 95
  • www.spanien.diplo.de
  • Österreichische Botschaft
  • Paseo de la Castellana 91, 9º
  • Metro: Santiago Bernabéu (Linie 10)
  • Tel. (+34) 915 56 53 15
  • www.bmeia.gv.at
  • Schweizerische Botschaft
  • C. Núñez de Balboa 35, 7º
  • Metro: Velázquez (Linie 4)
  • Tel. (+34) 914 36 39 80
  • www.eda.admin.ch

Madrid Card

Die Madrid Card ist vor allem für kulturinteressierte Reisende eine gute Option, denn sie bietet freien Eintritt in nahezu alle wichtigen Museen der Stadt, inklusive den Museen am Paseo del Prado. Der Preis ist gestaffelt: 24, 48, 72 und 120 Std. für 41,80, 51,30, 60,80 und 70,30 €/Person (Ermäßigung für Kinder unter 12 J.). Zudem sind Touren durch das Bernabéu-Stadion oder die Stierkampfarena Las Ventas sowie Rabatte in zahlreichen Boutiquen, Restaurants, Diskotheken, Flamencotablaos etc. im Preis enthalten. Die Madrid Card kann man im Internet unter www.madridcard.com oder in den Tourismusbüros am Flughafen und an der Plaza Mayor erwerben.

Medizinische Versorgung

Krankenversicherung

Die Vorlage einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) ist ausreichend. Als zusätzlicher Versicherungsschutz empfiehlt sich aber der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, da diese Krankenrücktransporte mitversichert.

Apotheken

In den Wohnvierteln sind die Apotheken in aller Regel während der Mittagsstunden (14–17.30 Uhr) geschlossen. Im Stadtzentrum jedoch gibt es eine Vielzahl von Apotheken, die durchgehend von 9–20.30 Uhr öffnen.

  • Krankenhaus
  • Hospital General Universitario Gregorio Marañón
  • C. Doctor Esquerdo 46
  • Notaufnahme: »urgencias«
  • Metro: Ibiza (Linie 9)
  • Tel. (+34) 915 86 80 00

Sicherheit / Diebstahl

Madrid ist keine gefährliche Stadt. Trotz der vollen Straßen und des großen Trubels sind aggressive Szenen wirklich selten. Im Zuge der Wirtschaftskrise hat jedoch der Taschendiebstahl zugenommen. Vor allem bei der Anreise mit der U-Bahn vom Flughafen, insbesondere in der Linie 8, sollte auf die Wertsachen geachtet werden. Ähnliches gilt, wie in fast allen Großstädten, für die wichtigen Touristenattraktionen (Museen, Puerta del Sol, Plaza Mayor, Paseo del Prado, Palacio Real), Bahnhöfe und den öffentlichen Nahverkehr. Achten Sie bei Spaziergängen oder auch in der U-Bahn darauf, die Wertsachen nicht im hinteren Teil ausladender Rucksäcke zu verstauen. Auch in Hotels sollten diese nicht zuletzt aus versicherungstechnischen Gründen stets im Safe verschlossen werden. Sollten dennoch die Reisedokumente abhanden kommen, so stellt das Konsulat der jeweiligen Botschaft eine Bescheinigung aus, mit der die Rückreise angetreten werden kann. In diesen Fällen nimmt die Polizeidienststelle des Distrikts Zentrum Anzeigen entgegen.

  • Polizei
  • Comisaría Madrid Centro
  • C. Leganitos 19
  • Metro: Plaza de España (Linien 3 und 10)