Kunst in Madrid

Museen und Ausstellungshallen

Caixa Forum

Seit 2008 ergänzt diese von der katalanischen Sparkasse La Caixa finanzierte Institution das Ausstellungsangebot am Paseo del Prado. Aufsehen erregend: der von den Architekten Herzog & de Meuron realisierte Umbau eines früheren Elektrizitätswerks an derselben Stelle sowie der von Patric Blanc gestaltete Vertikalgarten an der Seitenfassade, mit 29 m Höhe und mehr als 15 000 Pflanzen der erste seiner Art in Spanien.

  • Paseo del Prado 36
  • Metro: Atocha
  • Mo–So 10–20 Uhr
  • Eintritt 4 €

Centro Palacio de Cibeles

Der Umbau des neogotischen Palacio de Comunicaciones, ehemals Madrider Hauptpost, zum Rathaus war von Polemik geprägt. Vielleicht wurde auch aus diesem Grund auf mehreren Stockwerken ein Kultur- und Ausstellungszentrum in den Prunkbau integriert.

Centro Cultural Conde Duque

Lange Zeit war das Kulturzentrum eines der Aushängeschilder. Dann wurde der riesige Barockpalast einer Rundumerneuerung unterzogen. 2012 wurde er mit dem Fringe Festival wiedereröffnet.

  • C. Conde Duque 9–11
  • Metro: Ventura Rodríguez
  • Di–Sa 10–14, 17.30–21, So 10.30–14 Uhr
  • Eintritt frei
  • www.condeduquemadrid.es

Círculo de Bellas Artes

Der absolut sehenswerte Art-déco-Palast unweit der Gran Vía ist seit den 1920er-Jahren das grandiose Setting für die Aktivitäten des Madrilenischen Kunstvereins. Ausstellungen, Theater, Filmzyklen, Konferenzen und der legendäre Karnevallsball setzen ebenso Akzente wie das Belle-Époque-Café im Erdgeschoss oder die Dachterrasse mit einem der besten Ausblicke der Stadt.

  • C. Alcalá 42
  • Metro: Banco de España
  • Di–Sa 11–14, 17–21, So 11–14 Uhr (Ausstellungen)
  • Eintritt 4 €
  • www.circulobellasartes.com

Fundación Juan March

Seit der Nachkriegszeit ist diese Kulturstiftung nicht mehr aus dem Leben der Stadt wegzudenken. Die nach dem Unternehmer und Bankier Juan March benannte Institution bietet erstklassig aufbereitete Ausstellungen und Konzerte mitten im Barrio de Salamanca.

  • C. Castelló 77
  • Metro: Nuñez de Balboa
  • Mo–Sa 11–20, So 10–14 Uhr
  • Eintritt frei
  • www.march.es

Matadero Madrid

Eines der ambitioniertesten Kulturzentren der letzten Jahrzehnte. Der mehr als 40 Gebäude umfassende, 1996 stillgelegte Madrider Großschlachthof bietet den passenden Rahmen für alle Arten von Aktivitäten, von Ausstellungen, über Theater, Performances bis hin zu Workshops. Die Inbetriebnahme 2010 bildete den krönenden Abschluss der Umgestaltung des Manzanares-Ufers und kann ohne Übertreibung als großer Wurf in einer lange Zeit vernachlässigten Region bezeichnet werden.

  • Paseo de la Chpera 14
  • Metro: Legazpi
  • Di–Fr 16–22, Sa, So, feiertags 11–22 Uhr
  • Eintritt frei
  • www.mataderomadrid.org

Monasterio de las Descalzas Reales

Der Konvent des ehemaligen Barfüßerordens ist einer der Höhepunkte der religiösen Architektur des Frühbarocks in Madrid. Er wurde im Jahr 1559 von Juana de Austria, der Schwester Philipps II., als Rückzugsort für die habsburgischen Hochadligen gestiftet. Stilistisch nimmt die von Juan Bautista de Toledo erschaffene Backsteinfassde mit ihrer Schlichtheit bereits den Stil der monumentalen Schloss- und Klosteranlage El Escorial vorweg.

  • Plaza de las Descalzas
  • Metro: Sol
  • Di- Sa 10–14, 16–18.30, So, feiertags 10–15 Uhr
  • Eintritt mit obligatorischer Führung 7 €, Kinder 4 €, Mi, Do Eintritt frei

Museo Cerralbo

Die in einem hübschen Palast aus dem 19. Jh. untergebrachte Sammlung geht auf den Marqués de Cerralbo (1845– 1922) zurück. Als unermüdlicher Reisender häufte er eine Kollektion von über 50 000 Objekten an. Unter den Gemälden befindet sich Hochkarätiges aus Manierismus und Barock: Tintoretto, El Greco, Zurbarán, Ribera, van Dyck.

  • C. Ventura Rodríguez 17
  • Metro: Ventura Rodríguez
  • Di-Sa 9.30-15, Do 17-20, So, feiertags 10-15 Uhr
  • Eintritt 3 €, Kinder frei, Sa ab 14 Uhr frei
  • www.museocerralbo.mcu.es

Museo Lázaro Galdiano

Ähnlich wie das Museo Cerralbo aus einer Privatsammlung hervorgegangenes, staatliches Museum. Der Verleger José Lázaro Galdiano hinterließ 1947 bei seinem Tod eine Bibliothek mit ca. 20 000 Bänden und eine mehr als 12 000 Objekte umfassende Kunstsammlung, eine der wichtigsten Privatkollektionen in ganz Spanien. Hieronymus Bosch, Lucas Cranach, El Greco, Zurbarán, Murillo u. a. geben sich hier ebenso ein Stelldichein wie Goya mit diversen Ölgemälden und Radierungen.

  • C. Serrano 122
  • Metro: Ruben Darío
  • Mo, Mi, Do, Fr 10–16.30, So 10–15 Uhr, Di, feiertags geschl.
  • Eintritt 6 €, Kinder unter 12 J. frei
  • www.flg.es

Museo Nacional de Artes Decorativas

In einem hübschen Adelspalast aus dem späten 19. Jh. untergebrachtes Museum der Angewandten Künste. Porzellane, Stoffe, Teppiche, Keramiken aus Cuenca und Talavera, Rekonstruktion der Innenausstattung eines barocken spanischen Wohnhauses sowie eines Empire-Schlafzimmers u. v. m. Sehr sehenswert und umfangreich (fünf Etagen).

  • C. Montalbán 12
  • Metro: Banco de España
  • Di–Sa 9.30–15, Do 17–20, So, feiertags 10–15 Uhr
  • Eintritt 3 €, Kinder frei
  • mnartesdecorativas.mcu.es

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía

Seit 1992 beherbergt das Sabatini-Hospiz aus dem späten 18. Jh. diese Sammlung zur Gegenwartskunst. Den Auftakt bildete dabei die Überführung von Picassos »Guernica« aus dem Prado. Innerhalb der mehr als 16 000 Objekte umfassenden Bestände des Museums sind vor allem die ersten Jahrzehnte des 20. Jh. gut dokumentiert. Nicht nur Picassos »Guernica«, sondern auch die Werke Dalís, Mirós sowie die nichtspanischer Künstler wie Man Ray, Magritte oder Picabia sind in diesem Kontext erwähnenswert. Im Bereich der Kunst der letzten Jahrzehnte sind Werke von Tapiés, Yves Klein, Rothko, Fontana und Miguel Barceló zu nennen. Zur dynamischen Tätigkeit im Bereich Kunstzentrum trug nicht zuletzt die Vergrößerung der Ausstellungsfläche um fast 60 % durch den von Jean Nouvel konstruierten Anbau 2006 bei.

  • C. Santa Isabel 52
  • Metro: Atocha
  • Mo, Mi, Do, Fr, Sa 10–21, So 10–14.30 Uhr, Di, feiertags geschl.
  • Eintritt 8 €, Kinder 4 €, Mo, Mi, Do, Fr, Sa 19–21 Uhr frei
  • www.museoreinasofia.es

Museo Nacional del Prado

Im Volksmund einfach als »Prado« bekannt, befindet sich hier mit einem Bestand von mehr als 21 000 Objekten (davon ca. 7500 Gemälden) die weltweit beste Sammlung zur spanischen Malerei von der Romanik bis zur Romantik. Das Museum wurde 1819 in dem wenige Jahrzehnte zuvor von Juan de Villanueva als Kabinett der Naturwissenschaften errichteten Bau eingeweiht. Der Publikumserfog (3 Mio. Besucher jährlich!) war in den letzten Jahren so stetig, dass 2008 durch Rafael Moneo ein Erweiterunsgbau konstruiert wurde. Dies erhöhte die Ausstellungsfläche um mehr als 25 %, schuf zudem Platz für die räumliche Trennung von ständiger Ausstellung und Sonderausstellungen. Außerdem integrierte Moneo den Innenhof der spätgotischen Iglesia de los Jerónimos in den neuen Bau. Beste Uhrzeit zur Besichtigung:  15–17 Uhr.

  • Paseo del Prado
  • Metro: Banco de España
  • Mo–Sa 10–20, So, feiertags 10–19 Uhr
  • Eintritt 14 €, Kinder frei, Mo– Sa 18–20, So, feiertags 17–19 Uhr frei
  • www.museodelprado.es

Museo Nacional del Romanticismo

Das Museum zur spanischen Romantik verdankt seine Existenz einer umfangreichen Schenkung des adligen Philanthropen Marqués de Vega Inclán, zugleich auch Gründer der Casa El Greco in Toledo. Neben Werken zahlreicher romantischer Maler wie Madrazo und Esquivel gibt es in dem klassizistischen Adelspalast aus dem 18. Jh. auch einen Hl. Gregorius von Goya sowie die Selbstmord-Pistole des Autors Mariano José de Larra zu sehen. Das Interieur ist eindrucksvoll mit Mobiliar und Kunsthandwerk der Epoche ausgestattet. Eine interessante Zeitreise.

  • C. San Mateo 13
  • Metro: Tribunal
  • Di–Sa 9.30–18.30, So 10–15 (Nov.–April), Di–Sa 9.30–20.30, So 10–15 Uhr (Mai–Okt.), feiertags geschl.
  • Eintritt 3 €, Kinder frei, Sa ab 14 Uhr frei
  • museoromanticismo.mcu.es

Museo Sorolla

Seit 1932 bildet das Wohnhaus des aus Valencia stammenden, spätimpressionistischen Malers Joaquín Sorolla mitsamt Garten und Atelier den stimmungsvollen Rahmen für ein ganz dem Künstler gewidmetes Museum. Gemälde, aber auch Skulpturen und Keramiken bieten einen detaillierten Einblick in Sorollas Schaffen, dem 2010 die bislang erfolgreichste Sonderausstellung aller Zeiten im Prado gewidmet war.

  • C. General Martínez Campos 37
  • Metro: Ruben Darío
  • Di–Sa 9.30–20, So 10–15 Uhr, Mo, feiertags geschl.
  • Eintritt 3 €, Kinder frei, Sa ab 14 Uhr frei
  • museosorolla.mcu.es

Museo Thyssen Bornemisza

Zeitgleich zur Eröffnung des Reina Sofía wurde 1992 die Privatsammlung des Barons Thyssen von Lugano in den klassizistischen Palacio de Villahermosa an den Paseo del Prado in Madrid verlegt.Mit einem Bestand von 700 teilweise hochkarätigen Werken und einer enormen Bandbreite von der Gotik bis zur Pop Art, ergänzt diese Pinakothek die lediglich bis zur Romantik reichende Sammlung des Prado perfekt. Schwerpunkte der Ausstellung sind italienische Renaissance, französischer Impressionismus sowie der deutsche Expressionismus.

  • Paseo del Prado 8
  • Metro: Banco de España
  • Ständige Ausstellung Mo 12–16, Di–So 10–19, Sonderausstellungen Di–Sa 10–22, Mo, So 10–19 Uhr
  • Eintritt ständige Ausstellung 9 €, Kinder bis 12 J. frei, Mo 12–16 Uhr frei
  • www.museothyssen.org

Palacio Real

Zwischen 1734 und 1764 auf dem Boden des abgebrannten habsburgischen Alcázar errichteter, bourbonischer Königspalast. Mit 135 000 qm Grundfläche und mehr als 3400 Zimmern einer der größten Stadtpaläste Westeuropas. Schlichte Außenfassade (Granit und Kalkstein aus der Sierra de Guadarrama), barocke Innenausstattung mit Fresken von Tiépolo und Giaquinto sowie mehreren Goya-Porträts der Familie von Karl III. Weiterhin sehenswert: die Königliche Waffenkammer (neben der in Wien eine der umfangreichsten der Welt) mit der Originalrüstung Kaiser Karls V. sowie den Schwertern des Cid und der Konquistadoren Hernán Cortés und Francisco Pizarro. Die spanische Flagge über dem Südportal weht immer, der König lebt nicht mehr im Palacio Real, sondern im weiter westlich gelegenen Palacio de la Zarzuela.

  • C. Bailén
  • Metro: Ópera
  • tgl. 10–20 Uhr, Mi, Do 17–20 Uhr frei, 1. Mi im Monat 12 Uhr Wachablösung der königlichen Garde
  • Eintritt: 9 €, Kinder 5 €

Real Academia de Bellas Artes de San Fernando

1752 gegründete und seit 1773 im klassizistischen Palacio de Goyeneche ansässige königliche Kunstakademie. Ein gewisser Francisco de Goya scheiterte in jungen Jahren am akademischen Rigorismus des Prüfungskomitees – ebenso wie im 20. Jh. der junge Salvador Dalí. Das Museum der Akademie ist eine echte Alternative zum häufig überfüllten Prado. 13 hochkarätige Werke von Goya sprechen für sich, daneben sind aber auch Gemälde von Arcimboldo, van Dyck und Guido Reni sowie Moderneres von Juan Gris und Pablo Picasso ausgestellt.